Inputspezifizierung nach der Patholinguistischen Therapie (PLAN)


Die Definition der Methode Inputspezifizierung nach dem PLAN lautet:
Inputspezifizierung ist die aufbereitete Präsentation der Zielstruktur in der kindgerichteten Sprache der Therapeutin (des Therapeuten) vor dem Erwerb der Zielstruktur durch das Kind.

Inputspezifizierungen benötigen eine Vorbereitungsphase. In dieser Zeit wird der Text aufbereitet, so dass die Zielstruktur in der Inputspezifizierung ausreichend repräsentiert ist, um dem sprachentwicklungsgestörten Kind ihren Erwerb zu erleichtern. Die Zielstruktur erscheint frequent, prägnant und variantenreich in der Inputspezifizierung und ist eingebettet in flexible Satzstrukturen.
Im PLAN werden zwei Varianten der Inputspezifizierung aufgestellt, die in ihrer Wirksamkeit gleich sind und je nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes eingesetzt werden können. In beiden Fällen bestehen ausschließlich rezeptive Anforderungen an das Kind.

Interaktive Inputsequenz: TherapeutIn und Kind befinden sich in einer gemeinsamen nonverbalen Handlungssituation, zu der der/die TherapeutIn handlungsbegleitend vorbereitete Textbausteine einbringt, in der sich die Zielstruktur in aufbereiteter Weise befindet.
Inputsequenz: TherapeutIn und Kind befinden sich in einer gemeinsamen Situation, in der eine Geschichte vorgelesen wird, in der die Zielstruktur in extremer Weise aufbereitet ist.

In den Auswertungen der Pilotphase des LST-LTS-Projektes (Herzog & Siegmüller 2008) wurde die gleichmäßige Wirksamkeit beider Varianten nachgewiesen. Eine besondere Neuerung des Projektes ist die systematische Variation der Inputstärke (siehe Siegmüller et al. 2009 in Publikationen)

Umsetzung im LST-LTS-Projekt


Im LST-LTS-Projekt erhält jedes Kind zu jeder Zielstruktur die gleiche Inputspezifizierung. Um dies zu gewährleisten, sind alle Inputspezifizierungen bereits geschrieben und auf der projektinternen Internetseite abrufbar. Die Reihenfolge ist durch die Projekt-Wortliste vorgegeben. Die Therapeutin/der Therapeut führt für jedes teilnehmende Kind eine persönliche Wortliste und dokumentiert das Voranschreiten im Wortschatzerwerb. Erworbene Wörter der Projekt-Wortliste werden übersprungen.
Jede Sitzung verläuft nach dem gleiche Schema: Das Kind erhält 2 Inputspezifizierungen, zwischen denen kurze Pausen stattfinden. Darüberhinaus gibt es Raum für eine freie Spielsituation, in der das Kind neue Wörter äußern kann. Eine kurze spielerische Überprüfung des Erwerbs neu präsentierter Wörter schließt die Sitzungen ab.

Steigerungen im Anspruch an das Kind bestehen in
- quantitativen Steigerungen --> dem Kind werden mehr Wörter pro Sitzung angeboten als vorher
- qualitativen Steigerungen --> hierunter werden systematische Wortartenwechsel verstanden, d.h. die Hinzunahme komplexerer Wortarten (z.B. Verben) zu einem bestimmten Zeitpunkt im Erwerbsprozess


Entwicklungsauslösende Therapie


Die Wortauswahl der Projekt-Wortliste ist eng am natürlichen Erwerbsverlauf des frühkindlichen Lexikons orientiert. Dies bedeutet, dass sowohl die Lernrate (wie viele Wörter pro Sitzung) als auch die Frage, welche Wörter zu welcher Zeit angeboten werden (Zusammensetzgun des frühkindlichen Lexikons) systematisiert wurden. Das Ziel ist, durch diese Orientierung die Auslösung von Entwicklungsprozessen, die an diese Phase anschließen, zu optimieren und beim Kind ein Höchstmaß eigendynamische Entwicklung freizusetzen. So soll erreicht werden, dass das Kind nach einer frühen, relativ kurzen Therapiephase die nächsten Entwicklungsschritte eigenständig (d.h. ohne therapeutische Begleitung) bewältigen kann.