Intensivtherapie als Alternative zur ambulanten Betreuung


Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Wirksamkeitsüberprüfung von früher Sprachtherapie im Rahmen einer Intensivtherapie als Alternativkonzept zur ambulanten Betreuung. Diese erfolgt als eigenes Teilprojekt im Projekt „Lexikalische und syntaktische Therapie bei Kindern mit komplexen Störungsbildern im Late-Talker-Stadium“ (LST-LTS-Projekt). Es wird untersucht, ob sich die Effektivität früher Sprachtherapie verbessert, wenn die Therapiedichte erhöht wird. Sprachtherapie bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen wird in Deutschland aktuell nahezu ausschließlich in Form ambulanter Therapiemaßnahmen durchgeführt (Einzeltherapie, ein- bis zweimal wöchentlich für 30-60 Minuten). In der fachlichen Diskussion wird die Frage nach der Wirksamkeit solcher Therapiemaßnahmen immer wieder gestellt (von Suchodoletz, 2002), vor allem hinsichtlich einer möglichen Steigerung der Therapiewirksamkeit durch extrem erhöhte Therapiefrequenz (Law & Conti-Ramsden, 2000). Es ist generell wenig über die Frage bekannt, wie oft Kindersprachtherapie stattfinden muss, um eine Wirkung zu erzielen, die über das spontane Entwicklungsniveau hinaus geht und wie sehr sich der Effekt verändert, wenn die Therapie häufiger stattfindet. Aus anderen Bereichen der logopädischen Störungsbilder sind Intensivtherapien im Rahmen von Reha-Maßnahmen als effektive Therapieform zur Auslösung von schubartigen Entwicklungen bekannt, die sich nach Abschluss des Intensivintervalls stabilisieren und nachhaltig sind.

Publikationen und Ergebnisse werden ab 2011 erwartet.